»Der 1990 in Moskau geborene Lukas Geniušas behandelte das Instrument als Spielpartner mit ernstzunehmenden Eigenheiten. […] Welches außergewöhnliche Gespür für die feinen Abläufe in der Mechanik er dadurch gewonnen hatte, zeigte sich spätestens in seinen phänomenal trennscharf moussierenden Tonrepetitionen in der Alborada del gracioso aus Ravels ‚Miroirs‘«
FAZ, Doris Kösterke, 29. Juni 2017

»Während seine Altersgenossen ihr Bestes tun, um alle mit ihrem Charme zu überzeugen, einschließlich der weltweiten Musikindustrie, hat sich Herr Geniušas einer sehr viel seriöseren Mission verschrieben: der sorgfältigen Suche nach einem Aufführungsstil, der gänzlich modern ist und den Zeitgeist einfängt.«

Kommersant Russland

Biografie • Lukas Geniušas

Mit fünf Jahren fing Lukas Geniušas in der Vorbereitungsklasse der Chopin Musikhochschule in Moskau an und führte seinen Weg fort bis zum Abschluss mit der höchsten Auszeichnung im Jahr 2008. Er wurde in eine Musikerfamilie hineingeboren, eine Tatsache, die eine wichtige Rolle in der Musikerziehung von Lukas Geniušas spielte, insbesondere durch das Mentorat seiner Großmutter, der großartigen Vera Gornostaeva, Lehrerin und Professorin am Moskauer Konservatorium. Diese frühe Entwicklung half Lukas Geniušas, den Gina Bachauer-Klavierwettbewerb in Utah und die Silbermedaille beim Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb im Jahr 2010 zu gewinnen. Zwei Jahre später erhielt er den Internationalen Deutschen Pianistenpreis 2012 in Frankfurt am Main. Sein neuester und einer seiner wichtigsten Erfolge ist die Silbermedaille beim XV. Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau 2015.


Lukas Geniušas ist schon mit zahlreichen Orchestern aufgetreten, darunter die Hamburger Symphoniker, die Duisburger Philharmoniker, BBC Scottish Symphony, die St. Petersburger Philharmoniker, die Kremerata Baltica, das Radiosinfonieorchester Katowice, die Warschauer Philharmoniker sowie die Trondheimer Symphoniker.
Er spielte unter dem Baton von Dirigenten wie Valery Gergiev, Yuri Temirkanov, Andrey Boreyko, Saulius Sondeckis, Dmitry Sitkovetsky, Antoni Wit, Rafael Payare, Roman Kofman und Dmitry Liss, um nur ein paar Namen zu nennen. Seine internationale Karriere hat Lukas Geniušas auf renommierte Bühnen und Festivals weltweit geführt, einschließlich der Musikfestivals Rheingau, Ruhr und Lockenhaus, dem Auditorium des Louvre sowie der Wigmore Hall, ebenso wie zu hervorragenden Engagements in Russland und Südamerika. Zu den Höhepunkten der Saison 2015/16 gehören triumphierende Konzerte im Salle Gaveau in Paris und London International Piano Series mit dem NHK Symphony Orchestra und Tugan Sokhiev sowie mit Mikhail Pletnev und dem Russian National Orchestra. Vor kurzem spielte er auf dem Internationalen Klavierfestival von La Roque d’Anthéron und gab sein Debüt auf dem Verbier Festival mit Solo- und Kammerkonzerten. In der Saison 2016/17 kehrt er in die Sala Verdi in Mailand, Mariinsky-3 und die Große Halle des Moskauer Konservatoriums zurück und spielte in der Montreal Pro Musica Serie und der Washington Phillips Collection Debüt Recitals. Wichtige bevorstehende Engagements beinhalten auch Auftritte mit Charles Dutoit und dem Singapore Symphony Orchestra, mit dem Japan Philharmonic Orchestra unter Alexander Lazarev in Yokohama sowie mit dem Toronto Symphony Orchestra und dem Orchester Philharmonique de Radio France.
Lukas musikalische Interessen sind umfangreich und füllen eine breite Palette an Repertoire, vom Barock bis zu Werken zeitgenössischer Komponisten. Sein Repertoire reicht von Beethoven Klavierkonzerten bis hin zu Hindemiths „Ludus Tonalis“ Zyklus, sowie ein starkes Fokus auf dem russischen Repertoire wie Tschaikowski, Rachmaninow und Prokofjew. Lukas ist ein begeisterter Kammermusiker. Er ist ein äußerst neugieriger Darsteller und genießt es, an neuen Werken moderner Komponisten zu arbeiten und das seltene Repertoire wieder aufzurüsten.
Diese Aspekte seiner Karriere spiegeln sich in der kritisch gefeierten Diskographie von Lukas wider, die seine jüngsten Aufnahmen der kompletten Rachmaninov-Preludes (Piano Classics), „The Emancipation of Dissonance“ (Werke von Desyatnikov, Arzumanov und Ryuabov) und eine CD von Werken enthält Für Violine und Klavier mit Aylen Pritchin (Melodiya) sowie früheren Aufnahmen von Chopin Etudes op. 10 und 25 und Brahms und Beethoven-Sonaten.
Im Alter von 15 Jahren erhielt er von der Russischen Föderation einen „Young Talents“ Bundeszuschuss und erhielt zwei Jahre später die Auszeichnung „Begabte Jugend des 21. Jahrhunderts“. Lukas hat seitdem viel Lob und viele Auszeichnungen in Anerkennung seines Talents erhalten und wird als ein hervorragender Darsteller anerkannt, auch in seinem Heimatland Litauen.
Seit 2015 ist Lukas ein bekannter Künstler von „Looking at the stars“ ein Philanthropie-Projekt mit Sitz in Toronto, dessen Ziel es ist, klassische Musik zu Institutionen und Organisationen (Gefängnisse, Krankenhäuser und Unterstände) zu bringen, wo die Menschen keine Gelegenheit haben, diese zu erleben.

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Presse

  • »[…] Lukas Geniusas behandelte das Instrument dagegen als Spielpartner mit ernstzunehmenden Eigenheiten. […] Welches außergewöhnliche Gespür für die feinen Abläufe in der Mechanik er dadurch gewonnen hatte, zeigte sich spätestens in seinen phänomenal trennscharf moussierenden Tonrepetitionen […]«

Doris Kösterke, Frankfurter Allgemeine Zeitung (Kultur), 01. Juli 2017

 

  • »[…] auch er zeigte dabei künstlerische Reife und Souveränität. Ravels Klaviersonatine leuchtete in satten Klangfarben und die drei Sätze aus „Miroirs“ (Spiegel) bestachen durch einen besonders bildhaften Vortrag.«

Matthias Gerhart, Frankfurter Neue Presse (Kultur), 30. Juni 2017

 

  • »Lukas Geniusas‘ Auftritt bei der Southbank’s International Piano Serie […] war eine Ankunft. Sein Londoner Debut in der Wigmore Hall […] im vergangenen Jahr blieb etwas unbemerkt für einen Pianisten, der Silber beim Chopin-Wettbewerb 2010 gewonnen hat. Im vergangenen Sommer holte er beim Tschaikowsky-Wettbewerb ein zweites Mal Silber – und die Auszeichnungen sind wohlverdient. Mit 25 Jahren spielt Geniusas mit der Brillanz eines Gewinners, sogar mit der ausgereiften Fähigkeit die Architektur eines Werkes nachzubauen und mit einer Ausdrucksfähigkeit, die nicht offenkundig die Aufmerksamkeit auf sich alleine zieht. […]«

Erica Jeal , The Guardian (Musik), 14. Januar 2016

 

  • »[…] Er behielt immer das große Ganze im Auge und achtete auf die gewaltigen Kontraste zwischen den einzelnen Sätzen. So auch Lukas Geniusas mit der 5. (C-Dur) sowie der berühmten 7. Sonate und ihrem wie aus der Zeit gefallenen, wunderbar gesanglichen „Andante caloroso“, bevor mit dem Finale wieder Härte und Vehemenz über den Hörer hereinbrachen, brillant gespielt vom 26-jährigen Moskauer.«

Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung (Kritik), 13. November 2016

 

  • »…Lukas Geniusas bot nach fein schattierten Chopin-Etüden mit den ‚Echoes from the Theatre‘ des Ukrainers Leonid Desjatnikow frappierende Vexierspiele mit der Dur-Moll-Tonalität…«

Gerhard Schroth, Frankfurter Allgemeine Zeitung – 5 April, 2016