Das International Piano Forum Frankfurt gratuliert

Amir Tebenikhin

zum Gewinn des ersten Deutschen Pianistenpreises

 


Vorspiel von Amir Tebenikhin am 14. Juni 2011 bei Herrn Paavo Järvi, Chefdirigent des hr-Sinfonieorchsters, im Sendesaal des
Hessischen Rundfunks.

 



 


Beurteilung der Jury und Begründung der Preisvergabe an
Amir Tebenikhin


Der Deutsche Pianistenpreis soll an eine eigenständige künstlerische Persönlichkeit verliehen werden, die Qualitäten und Fähigkeiten in sich vereint, die zu einer internationalen Karriere notwendig sind.

 

Amir Tebenikhin hat sich in einem großen Feld von erstklassigen Bewerbern der besten Studenten und Absolventen deutscher Musikhochschulen behaupten können und im Finale mit seinem großartigen Klavierspiel zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Singularität seines pianistischen und künstlerischen Könnens aufkommen lassen.

 

Amir Tebenikhin besitzt eine kapitale, hochentwickelte, virtuose Technik, mit breiter aber feingestufter Dynamik. Sein Vortrag zeichnet sich durch große klangliche und geistige Geschlossenheit aus. Stets expressiv und natürlich fließend ohne dabei exzentrisch zu sein. Er versteht es ebenso große Zusammenhänge klar strukturiert, wenn nötig auch mit feuriger und fulminanter Vehemenz darzustellen, als auch feinste agogische Abstufungen kontrolliert mit Wärme und emotionalem, fast sensibel, zerbrechlichem aber stets lyrisch singendem Anschlag zu kontrollieren.

 

Für jeden Komponisten findet er einen eigenen sehr individuellen Ton, so wird eine französische Suite von Bach unter seinen Händen zu einem charmanten, verspielten Kleinod, ohne dabei jedoch an geistiger Strenge einzubüßen. Schumanns 3. Sonate, die sowohl technisch, als auch gestalterisch höchste Ansprüche an den Interpreten stellt, wird von ihm klar durchleuchtet und mit inniger Ruhe, emotionaler Erregung und romantischem Überschwang interpretiert. Nie haben wir dieses Werk in einer eindringlicheren Darstellung hören können: Eine interpretatorische Großtat. Prokofieffs Toccata geriet in seiner Darstellung zu einem unaufhaltsamen Wirbel, der eine so große Sogwirkung entfaltete, dass der Flügel unter Tebenikhins vulkanartig eruptiver Kraft eine derart kolossale Klangentfaltung zuließ, deren Intensität und Farbenreichtum seine Ausnahmestellung als Pianist eindrucksvoll unterstrich. Das war ganz großes Klavierspiel.

 

Zusammenfassend sei gesagt, dass Amir Tebenikhin neben seiner unzweifelhaft außergewöhnlichen pianistischen Größe, auch menschlich über hervorragende Fähigkeiten verfügt. Er ist trotz seiner künstlerischen Ausnahmestellung ein bescheidener, in sich ruhender, warmherziger Mensch, der jede Art von Förderung und Anerkennung hochverdient.

 


PROF. WOLFRAM SCHMITT-LEONARDY (Vorsitzender der Jury des Deutschen Pianistenpreises 2011)

 

 

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International Piano Forum

Erstmalige Vergabe des Deutschen Pianistenpreises

 

Die Premiere des Deutschen Pianistenpreises hat am 8. April 2011 ihren Höhepunkt gefunden:

Amir Tebenikhin

 

ist der Preisträger des diesjährigen Deutschen Pianistenpreises.

 

Der aus Kasachstan stammende Künstler nahm in einem Festakt in der
Alten Oper Frankfurt den Preis mit Begeisterung und sichtlich nicht ohne innere Bewegung entgegen.


Die Spannung im Vorfeld dieses vom International Piano Forum in Zusammenarbeit mit den deutschen Musikhochschulen und im Rahmen der Musikmesse Frankfurt ausgelobten Preises hatte sich Tag für Tag aufgebaut. Die aus dem Kreis der etwa 50 Bewerber nach interner Ausscheidung qualifizierten sechs Nominierten


Amir Tebenikhin
Nareh Arghamanyan
Christopher Park
Hélène Tysman
Anna Vinnitskaya
Joseph Moog


traten am 7. April 2011 vor der 12köpfigen Fachjury auf. Das Ergebnis der Juryabstimmung wurde vom Notar festgestellt; blieb aber für einen weiteren Tag nur ihm bekannt.


Am Abend des 8. April 2011 erlebten 500 Anhänger der klassischen Klaviermusik in der Alten Oper Frankfurt die Recitals der sechs Nominierten. Jeder spielte mit freiem Repertoire, und die Mitglieder und Freunde des International Piano Forums erlebten musikalische Leistungen der Weltklasse. Am Ende eines Abends voll Schönheit, Wohlklang und künstlerischen Herausforderungen wurde der diesjährige Preisträger bekanntgegeben und geehrt.


Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Zudem beinhaltet er noch eine CD-Produktion bei Piano-Classics. Eine wertvolle Uhr aus der Sinn-Manufaktur wird dem Preisträger zusätzlich in Zukunft immer die richtige Zeit anzeigen. Für den Erstplatzierten wie auch für alle Nominierten eröffnen sich Auftrittsmöglichkeiten in renommierten Konzertsälen wie auch Kontakte zu Orchestern und Plattenfirmen sowie Zugang zu hochwertigem von der Edition Peters gesponserten Notenmaterial. Eine von der KPM gestiftete Porzellanbüste im Wert von 20.000 Euro von Frédéric Chopin wird als Wanderpreis ein Jahr in der Musikhochschule des Preisträgers in Hannover verbleiben.

 

 

 


Amir Tebenikhin,1977 in Moskau geboren, begann bereits als Sechsjäriger mit dem Klavierstudium bei seinem Vater Wladimir Tebenikhin, einem Schüler des legendären Pianisten Lew Oborin.


Später setzte er seine Ausbildung am Baiseitowa Musik College in Almaty (Kasachstan) bei Janija Aubakirowa, Aida Isakowa und Michail Balabitchev fort und studierte von 1996 bis 2002 bei Michail Voskressensky am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Seit 2004 ist Amir Tebenikhin Student von Karl-Heinz Kämmerling an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.


Mit seinem außergewöhnlichen Talent machte der junge Pianist bereits bei zahlreichen Wettbewerben als Preisträger auf sich aufmerksam. Sein Sieg beim „Vianna da Motta" Wettbewerb in Portugal öffnete ihm die Türen zur Carnegie Hall in New York, zur Wigmore Hall in London und zum Salle Pleyel in Paris. Es folgten Auszeichnungen bei bedeutenden Wettbewerben wie Königin Elisabeth Brüssel (2003), Internationaler Klavierwettbewerb Glasgow (2004), Internationaler Carl Bechstein Klavierwettbewerb Ruhr (2006), Anton Rubinstein Klavierwettbewerb Dresden (2007). 2009 gewann Amir Tebenikhin bei der „International George Enescu Piano Competition" in Bukarest den I.Preis. 2010 gab der Pianist im ausverkauften Amphi-Saal in Dortmund sein von der Kritik hochgelobtes Debüt beim Klavier-Festival-Ruhr.

 

Amir Tebenikhin trat u.a. auf bei bedeutenden Festivals in Portugal (Sintra, Madeira), Frankreich (Midem), Deutschland (Bechstein Konzertreihe, The Next Generation II Festival, Winners & Masters in München, Gewandhaus zu Leipzig), Belgien (Festival de Wallonia, Alden Biesen, Concerts de Midi, Pianotune), Polen (Chopin Festival in Antonin, Festiwal Pianistyczny in Warsaw), Tschechien (Ambassadors Concert Series), Rußland (Richter Yamaha Festival), USA (Ambassy Series, Washington), Japan (Tokyo Summer Festival).


Er konzertiert regelmäßig in zahlreichen Ländern Europas, im Lateinamerika, Japan, Zentral Asien und den USA und spielt mit vielen internationalen Orchestern (u.a. mit dem Orchestre National de Belgique, dem Gulbenkian Symphony Orchestra, dem European Union Youth Orchestra unter Wladimir Ashkenazy, der Moskauer Virtuosen unter Wladimir Spivakov, dem Wiener Kammerorchester, dem Scottisch National Symphony Orchestra unter Alexander Lazarev, dem Sendai Symphony Orchestra (Japan), dem Kazakh State Symphony Orchestra, dem Shanhai Symphony Orchestra etc.).

 

Für 2011 sind u.a. Konzerte in Lateinamerika, Oslo, London, Liverpool (mit Liverpool Philharmoniker unter Vasily Petrenko), Bucharest (Enescu Festival), Osaka und Tokio sowie die CD-Aufnahme mit Werken von C.Debussy beim Genuin Label geplant.


Amir Tebenikhin's zahlreiche Rundfunk und CD-Aufnahmen (u.a. bei Naxos, Classical Records, Cypres Label, K&K Verlagsanstalt) sorgen für Begeisterung in der Musikwelt.